37. JVA-Open: Doppelsieg für TU im Knast

Bei dauerhaftem Nieselregen und winterlichen Temperaturen maßen am 1. Maiwochenende 41 Schachspieler in der Dresdner Justizvollzugsanstalt am Hammerweg auf 64 Feldern ihre Kräfte.

Das JVA-Open in Dresden ist mittlerweile eine schöne Tradition geworden, fand zum 37. Mal statt. Das Besondere an diesem Turnierformat: Häftlinge treffen auf Hobby- und Vereinsspieler, die sich zu diesem Zwecke für wenige Stunden ins Gefängnis begeben.

Mit einer Turnierwertzahl >2000 waren Philipp Richter und Martin Gaitzsch die Turnierfavoriten und wurden dieser Rolle voll gerecht. Beide holten 4,5 Punkte und teilten sich in der Reihenfolge der Namensnennung den Sieg. Es hätte wohl einer 6. Runde für ein direktes Duell um den 1. Platz bedurft.

Auf dem 3. Platz kam Orland Krug vom SV Dresden-Striesen ein, der das Turnier souverän leitete. Heinz Gappel, der Leiter der JVA-Schachgruppe, verpasste durch eine Schlussrundenniederlage eine bessere Platzierung. Vom USV TU Dresden mischte auch Philipps Bruder Nicholas Richter mit und erreichte den 10. Platz.

Beim JVA-Turnier steht jedoch nicht nur der schachliche Aspekt im Vordergrund. Schön auch, dass man mit Insassen ins Gespräch kommt, die für Plaudereien, gemeinsame Rauchpausen oder auch Schachgeflüster zu haben sind, und sich sichtbar freuen, dem Knast-Alltag mal kurzzeitig entkommen zu können.

Das JVA-Open findet einmal im halben Jahr statt. Im Herbst gibt es die nächste Gelegenheit für Schachspieler den Gefängnis-Besuch mit ein paar Schnellschach-Partien zu verbinden.

Endstand 37. JVA-Open + Kurzbericht